Der BMI gilt als schnelle Orientierung, wenn es um die Einordnung des Körpergewichts geht, und ist deshalb weit verbreitet. Doch wie verlässlich ist er tatsächlich? Wir klären auf, wo die Grenzen des BMI liegen, was er über den Gesundheitszustand aussagen kann und welche weiteren Messwerte es gibt.
Der Body-Mass-Index (BMI) geht auf den belgischen Mathematiker Adolphe Quetelet zurück und wurde ab den 1980er-Jahren breit verwendet. Er dient als Orientierung zur Einordnung des Körpergewichts im Verhältnis zur Körpergrösse. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führte den BMI 1997 als Standard zur Beurteilung von Übergewicht auf Bevölkerungsebene ein. In den USA nutzen Versicherungen den BMI teilweise auch, um Prämien festzulegen. Diese Praxis wird jedoch seit Jahren kritisiert.
Berechnet wird der BMI, indem das Körpergewicht in Kilogramm durch die Körpergrösse in Metern zum Quadrat geteilt wird. Diese Formel gilt für Erwachsene ab 19 Jahren und soll helfen, das eigene Körpergewicht einzuordnen.
Beispiel: Bei einem Gewicht von 60 Kilogramm und einer Körpergrösse von 170 cm lautet die Formel 60/1,72=20,8 kg/m2
Anhand festgelegter Grenzwerte werden die BMI-Ergebnisse bei Erwachsenen ab 19 Jahren in folgende Kategorien eingeteilt:
Auch bei Kindern wird der Body-Mass-Index (BMI) häufig genutzt, um das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergrösse einzuschätzen. Anders als bei Erwachsenen, für die feste Grenzwerte für Untergewicht, Normalgewicht und Übergewicht gelten, wird der BMI bei Kindern alters- und geschlechtsspezifisch beurteilt. Grundlage dafür sind sogenannte Perzentile, mit denen sich der BMI eines Kindes im Vergleich zu Gleichaltrigen einordnen lässt. Diese differenzierte Betrachtung ist wichtig, weil sich Kinder in unterschiedlichen Entwicklungsphasen befinden und sich der Körperfettanteil je nach Alter und Geschlecht deutlich unterscheiden kann.
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Neben dem BMI werden auch weitere Kennzahlen zur Beurteilung von Körpergewicht, Körperform und möglichen Gesundheitsrisiken herangezogen. Dazu zählen unter anderem der Body Roundness Index (BRI), das Taille-zu-Grösse-Verhältnis (Waist-to-Height-Ratio, WHtR) sowie das Taille-Hüft-Verhältnis (Waist-to-Hip Ratio, WHR). Während der BMI das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergrösse beschreibt, berücksichtigen BRI, WHtR und WHR stärker die Körperfettverteilung und damit insbesondere die Ansammlung von Fett im Bauchbereich. Diese verschiedenen Messgrössen verfolgen somit unterschiedliche Ansätze und können je nach Fragestellung ergänzende Hinweise auf potenzielle gesundheitliche Risiken liefern.
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Der Body-Mass-Index (BMI) ist ein einfaches und weit verbreitetes Mass zur Einordnung des Körpergewichts im Verhältnis zur Körpergrösse. Er ist jedoch umstritten, weil er nur das Gesamtgewicht berücksichtigt, nicht aber die Körperzusammensetzung. So unterscheidet der BMI beispielsweise nicht zwischen Fettmasse und Muskelmasse. Menschen mit viel Muskulatur können deshalb einen hohen BMI haben, ohne einen erhöhten Körperfettanteil aufzuweisen. Umgekehrt kann der BMI bei Personen mit wenig Muskelmasse unauffällig erscheinen, obwohl ein gesundheitlich ungünstiger Fettanteil vorliegt. Zudem gibt der BMI keine Auskunft darüber, wie das Fett im Körper verteilt ist. Gerade Bauchfett gilt jedoch als besonders relevant für das Gesundheitsrisiko. Auch Alter, Geschlecht und individuelle körperliche Voraussetzungen werden im BMI nur unzureichend berücksichtigt.
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Der BMI kann Hinweise auf ein erhöhtes oder verringertes Gesundheitsrisiko geben, erlaubt jedoch keine direkte Aussage über den tatsächlichen Gesundheitszustand einer Person. Er dient in erster Linie als grober Orientierungswert, um das Körpergewicht im Verhältnis zur Körpergrösse einzuordnen. Ob jemand tatsächlich gesund ist, hängt jedoch von vielen weiteren Faktoren ab, zum Beispiel von der Körperzusammensetzung, der Fettverteilung, dem Stoffwechsel, der körperlichen Fitness sowie von bestehenden Erkrankungen und dem Lebensstil. Deshalb sollte der BMI nie isoliert betrachtet werden. Er kann eine erste Einschätzung liefern, ersetzt aber keine individuelle Beurteilung durch eine medizinische Fachperson.
Der BMI ist ein einfaches und etabliertes Instrument, um das Körpergewicht zunächst grob einzuordnen. Für eine fundierte Beurteilung der Gesundheit reicht er jedoch nicht aus, da wichtige Faktoren wie Körperzusammensetzung, Fettverteilung, Fitness und Lebensstil unberücksichtigt bleiben. Sinnvoll ist der BMI deshalb vor allem als Orientierungshilfe und um Veränderungen im Zeitverlauf zu beobachten - immer in Kombination mit weiteren Gesundheitsindikatoren.